Donnerstag, 13 September 2018 17:49

Von den Gesichtern der Liebe

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Dominique Horwitz zeigt auch beim Vorlesen seiner Texte sein großes schauspielerisches Talent. Das Publikum war förmlich hingerissen. Dominique Horwitz zeigt auch beim Vorlesen seiner Texte sein großes schauspielerisches Talent. Das Publikum war förmlich hingerissen. Jung

Schauspieler Dominique Horwitz ist im Haus Kreienhoop in Nartum zu Gast – Ausverkaufte Lesung

Bericht aus der Zevener Zeitung vom 13.9.2018 von Bernhard Jung

Er ist ein großer Schauspieler, bekannt aus Film, Funk und Fernsehen und natürlich von der Theaterbühne. Aber dass er auch ein begabter Autor ist, wissen nur wenige. Aus seinem neuen Buch „Chanson d´Amour“, las Dominique Horwitz am Dienstagabend im ausverkauften Haus Kreienhoop vor.

In Paris, „der Stadt der Liebe“ geboren, schreibt Doninique Horwitz, der in Weimar lebt, ein Buch über die Liebe. Die Romanfigur, der Kutscher Kaminski, erklärt seinen Gästen Weimar, die historische Kleinstadt bei Erfurt.

Kaminski ist unheimlich belesen, er weiß so viel von Schiller, Lessing und natürlich dem berühmten Bewohner der Stadt, Goethe. Da kennt er alle Zitate, was dort geschehen ist und wer da wo gewohnt hat. Thema ist natürlich die Liebe, schon Goethe ist als junger Mann mit seinem weltberühmten Roman, „Die Leiden des jungen Werther“ durch diese Stadt gezogen. Eine tragische Dreiecksbeziehung gibt es auch in Horwitz’ „Chanson d’Amour“. Theaterintendant Johannes Sander ist neu in der Stadt, aber die Kulturschickeria, voran der Chefredakteur der Lokalzeitung, will ihn wieder loswerden. Dazu ist jede Intrige recht. Doch ausgerechnet zwischen Sander und Christiane, der Frau des Journalisten, funkt es gewaltig.

Und gar nicht so einfach mit der Liebe ist es auch bei Kutscher Kaminski und seiner ach so geliebten Frau Laura. Hinzu kommt noch die sehr freche aber liebenswerte Stieftochter Chantal, mit ihrer ersten Liebe. Über die so verschiedenen Spielarten der Liebe – raffiniert und lebensklug erzählt Dominique Horwitz in diesem Roman „Chanson d’Amour“.

„Liebe ist mein Thema“ , sagt er, „sich die Brust aufreißen und den Mut haben, ehrlich zu sein“. „Verlass mich nicht“, wird da in „Chanson d’Amour“ von Gérard Depardieu bettelnd gesungen, („ra da da da da)“, das kennt man. Diese Lesestunde hat nicht nur den Zuhörern großen Spaß gemacht, auch für Horwitz war es ein sichtliches Vergnügen, wenn er beim Lesen auch sein schauspielerisches Talent einsetzen konnte und mit den Gästen unterhaltsam scherzte.

Dominique Horwitz, geboren 1957 in Paris, ist Schauspieler, Regisseur und Sänger. Neben zahlreichen Filmrollen („Stalingrad“, „Der große Bellheim“) spielte er unter anderem am Thalia- Theater in Hamburg, am Berliner Ensemble, am Deutschen Theater in Berlin und am Schauspielhaus Zürich. Bei Dreharbeiten in Weimar lernte er seine Frau kennen, seitdem ist Weimar sein Zuhause und der Ort seines Wirkens das Nationaltheater. Am Rande der Lesung haben wir Horwitz gefragt, was ihn mit Walter Kempowski verbindet. „Erstmal große Bewunderung. Er verkörpert eine Haltung zum Leben, die immer anachronistischer anmutet. Das Leben als stetiges Aufklären“, so seine Antwort.

Und wir wollten wissen, welche neuen Projekte er denn verfolgt. „Neben der Schauspielerei gilt meine Liebe der Musik. Ich arbeite gerade an einem Abend über Serge Gainsbourg, einer der ganz Großen des französischen Chansons“, berichtete er.

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