Mittwoch, 07 März 2018 22:26

Zur Idylle fehlt ein Storch

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Jahresversammlung des Nartumer Mühlen- und Heimatvereins – Annäherungsversuch der Hafenfreunde

Bericht aus der Zevener Zeitung vom 7.3.2018 von Bernhard Jung

Georg Lang, von Einheimischen Schorsch gerufen, ist ein eher ruhiger Vertreter. Und so blieb er ganz und gar gelassen, während er die Mitgliederversammlung des Nartumer Mühlen- und Heimatvereins leitete. Souverän handelte er die Tagesordnung ab, bevor Wilfried Glauch über Störche im Landkreis referierte.

Die Kasse stimmt, das vergangene Jahr verlief zufriedenstellend, nur der Apfelmosttag hätte besser laufen können. Aufgrund der schlechten Witterung war die Ernte eher mager und der Apfelsaft floss nicht so reichlich aus der Presse wie die Jahre zuvor.

Bei den anstehenden Wahlen wurden Eckhard Itzek als Schriftwart und Birgit Grabau als Kassenwartin wiedergewählt – und zwar einstimmig.

Ein Storchennest wäre wohl zu groß gewesen, deshalb erhielt Gastredner Wilfried Glauch vom NABU einen selbst gebastelten Nistkasten überreicht, bevor er das Wort ergriff. Störche und ihr Lebensraum im Kreis Rotenburg lautete das Thema seines Gastvortrags. Der Bestand dieser großen Vögel ist recht stabil, aber lange nicht so hoch wie in den Kreisen Verden oder Stade. Dort, dicht an den Flüssen, gibt es eben wesentlich mehr zu futtern.

Friedlich ging es zu im „Nartumer Hof“, nur bei den Leuten vom Hafenverein weiß man nie, wie ernst es denn nun gemeint ist, was sie zum Besten geben. Jedenfalls monierte deren Vertreter Frank Jagels unter Punkt Verschiedenes die Ignoranz des Zevener Finanzamtes, das sich hinsichtlich der Gemeinnützigkeit des Hafenvereins uneinsichtig zeigt. Jagels warf daher die Frage auf, ob die Matrosen vielleicht beim Mühlenverein Unterschlupf finden könnten, rein steuerlich?

Angesteckt davon kam aus der Runde der Vorschlag, man möge in Nartum einen Verein der Nichtvereinsmitglieder gründen. Viele fänden da sicher nicht zusammen, denn Nartum hat eine rekordverdächtige Vereinsdichte. Fast jeder Nartumer ist irgendwo dabei.

Bald zehn Vereine tummeln sich im Dorf und üben sich in guter Nachbarschaft. Dazu trägt auch die Tradition bei, bei allen Vereinsversammlungen und Veranstaltungen die Vorsitzenden der anderen Vereine im Ort einzuladen. Jeder darf am Geschehen teilnehmen und auch ein paar Grußworte sprechen. Auch Bürgermeister Lars Rosebrock, Mitglied in mehreren Vereinen, ist regelmäßig anwesend. Wo könnte er sich auch besser über das Dorfgeschehen informieren als dort.

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