Freitag, 29 Dezember 2017 10:19

Nach gutem Start abgerutscht

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Das verflixte zweite Jahr: FSV Hesedorf/Nartum überwintert auf dem Abstiegs-Relegationsplatz

Bericht aus der Zevener Zeitung vom 29.12.2017 von Manfred Krause

Die zweite Saison nach einem Aufstieg ist – einer alten Fußballerweisheit zufolge – bekanntlich die schwerste. Das erfuhren in der Hinrunde auch die Bezirksliga-Kicker der FSV Hesedorf/Nartum, die sich nach einem perfekten Start zur Winterpause in Abstiegsgefahr befinden. Nach einer Siegesserie folgten acht Niederlagen am Stück und sorgten für den Absturz auf den Relegationsplatz.

Dabei verlief der Saisonauftakt wie gemalt. Die Bilanz von elf Punkten aus fünf Spielen konnte sich sehen lassen. Doch in der Folgezeit erlebte die Mannschaft von Trainer André Petersen einen eher unerfreulichen Liga-Alltag, es folgten acht Niederlagen am Stück. „Es wurde die erwartet harte Saison. Plötzlich steckten wir im Tal der Tränen. Dass es dazu führte, haben wir uns aus den unterschiedlichsten Gründen selbst zuzuschreiben“, redet Petersen Klartext.

Dass in der „Seuchen-Phase“ gleich mehrere Leistungsträger ausfielen, war nicht zu kompensieren, es ging in Richtung Abstiegszone. „Wir wollten die Winterpause mit 20 Punkten abschließen. Das haben wir nicht geschafft und damit ein echtes Problem“, so der FSV-Coach.

Doch schaut man auf das Torverhältnis, liegt auch dort ein Grund für die schlappe Ausbeute. Die Truppe um Routinier Michael Steinke fing sich in 14 Spielen satte 40 Gegentreffer ein – und hat damit die schlechteste Defensive der Liga. Das ist das erste der zentralen Probleme, das zweite liegt im Offensivbereich. Der Angriff um Kevin Murley (ohne Torerfolg) erzielte gerade einmal 25 Treffer.

„Wir haben eine super Trainingsbeteiligung, im Schnitt nehmen 20 Spieler an den Übungseinheiten teil. Die Jungs trainieren gut, sind sehr engagiert und alle sorgen für gute Stimmung“, so Petersen, der zudem unterstreicht, dass wichtige taktische Dinge erarbeitet werden. „Das große Problem ist, dass wir davon in den Spielen kaum etwas umsetzen können. Nicht nur das Spiel mit und ohne Ball ist verbesserungswürdig. Es hakt an mehreren Dingen. Ich hoffe, dass wir nach der Winterpause endlich die Kurve bekommen“, sagt Petersen.

Das müsste machbar sein, denn der Kader hat eigentlich eine überdurchschnittliche Qualität. Im Mittelfeld können Lasse Rosebrock (4 Tore), Omke Brase (5) und Kevin Romer (4) den Unterschied machen und für ein schwungvolles Aufbauspiel sorgen. Und dann ist da noch Allrounder Lennard Musierowicz, der durch seine jugendliche Unbekümmertheit einen großen Offensivdrang vorlebt. Doch dem Youngster fehlt derzeit die Unterstützung von den etablierten Spielern. „Lennard hat in mehreren Spielen sein Talent aufblitzen lassen. Der hat Power, Offensiv- Qualität und geht stets mit einer tollen Einstellung in die Spiele“, lobt Petersen, der auch eine gute Entwicklung bei den „jungen Wilden“ wie Moritz Meyer, Cedrik Sackmann und Maximilian Benz sieht. „Die sind auf einem guten Weg“, lobte der Coach.

Dass seine Truppe im Liga- Spielbetrieb durchaus konkurrenzfähig ist, zeigen die Ergebnisse gegen die etablierten Teams aus Wallhöfen (4:1), Zeven (6:1) und Bothel (2:2) oder den aufstrebenden TV Oyten (2:2). Doch will die FSV diese Leistungen ständig abrufen, müsste jedes Rädchen ins andere greifen. Ist das nicht der Fall, setzt es Niederlagen.

„Die Spiele gegen Lilienthal/ Falkenberg (2:6), Hambergen (0:6), Ippensen (1:4) und Osterholz- Scharmbeck (1:5) waren eine Katastrophe. Da haben wir einfach enttäuscht“, so Petersen, der sich lediglich mit der Einstellung und der Leistung aus den ebenfalls verlorenen Spielen gegen Bassen (1:4) und Pennigbüttel (0:1) anfreunden konnte.

Das letzte Spiel des Jahres gegen den abstiegsgefährdeten FC Worpswede (3:0) sorgte dann noch einmal für eine Aufbruchsstimmung. „Schade, dass uns danach das Wetter einen Strich durch die Rechnung machte. Ich denke, dass wir in den ausgefallenen Spielen gegen Langwedel- Völkersen und Hülsen hätten punkten können. Damit hätte sich die Tabellensituation positiv verändert“, meint Petersen. Der nächste Schritt in Richtung Klassenerhalt soll beim Rückrundenstart am 21. Januar gegen Hülsen gemacht werden.

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