Dienstag, 11 Juni 2019 07:31

Die Leute stehen Schlange

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Der Namensgeber des Mühlenvereins, die alte Mühle in Nartum, ist gar nicht so alt. 1900 erbaut, steht sie seit 2005 am Brink. Der Namensgeber des Mühlenvereins, die alte Mühle in Nartum, ist gar nicht so alt. 1900 erbaut, steht sie seit 2005 am Brink. Jung

Nartumer feiern unter den Eichen zwischen dem alten Backhaus und der historischen Mühle ein Dorffest

Bericht aus der Zevener Zeitung vom 11.06.2019 von Bernhard Jung

Pfingstmontag, das ist auch Mühlentag. Überall in deutschen Landen klappern die Mühlen und zeigen, wie es damals so war. Auch für den Nartumer Mühlen- und Heimatverein ist das immer ein besonderer Tag. Und wieder war ordentlich was los auf dem Platz am Brink zwischen altem Backhaus und der Mühle.

Schon in der Nacht wird der Backofen eingeheizt, um am Tage Brot zu backen und den Butterkuchen aus der Gluthitze zu holen. Bei alledem ist die histori- sche Mühle nebenan die „Hauptperson“ und mit ihr Hans-Werner Dohrmann, der Müller.

Don Quijote kämpfte vergebens gegen sie und auch für Max und Moritz nahm die Begegnung mit einer Mühle kein gutes Ende. Dem Rest der Welt beschert diese Mahlmaschine jedoch seit vielen tausend Jahren Nahrung und Auskommen.

Vor bald 20 000 Jahren hatten viele Menschen keine Lust mehr, dauernd durch die Gegend zu latschen. Sie wurden sesshaft und begannen Vieh zu halten und Korn anzusäen, das der besseren Verdauung wegen zerkleinert und später dann gemahlen wurde.

Aus einfachen Mahlsteinen und Stampfern hat sich eine weltumfassende Industrie entwickelt, die bis zum heutigen Tage anhält. Landwirtschaft und Ernährung ist ohne Mühlen kaum denkbar und mit dem „Klappern der Mühle am rauschenden Bach“ zog sie sogar in die Romantik ein und ist Gegenstand so unzähliger Geschichten.

Von alledem unberührt steht die historische Mühle in Nartums Mitte. Längst außer Dienst ist sie 1900 erbaut, noch ein junger Spund unter all Ihresgleichen.

An Tagen wie diesen lässt sie noch einmal ihre beiden tonnenschweren Mühlsteine kreisen, zeigt, wie es war, damals als sie auf Hof Eckhof Korn zu Futterschrot werden ließ. Gut gefällt es ihr jetzt hier, an diesem schönen Ort am Brink, der seit 2005 ihr zu Hause ist. Und besonders hat es ihr, ihr Nachbar angetan.

Ein altes Backhaus steht da und bei Betrieb noch ganz schön heiß. Brot und Butterkuchen wird dort am Pfingstmontag gebacken und die Leute stehen Schlange. Sie essen den Kuchen und trinken den Schoppen unter dem Blätterdach der Eichen, so wie in alten Zeiten und das gefällt auch der Mühle.

Einmal im Jahr erfährt sie nämlich zusammen mit ihrem Müllermeister Dohrmann eine besondere Ehre, am Mühlentag an Pfingstmontag.

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